Von Rückschlägen zum Erfolg: Der Weg eines Diversity-Stipendiaten

In diesem Interview erzählt Loay Lahham, Pharma-MBA-Student und Stipendiat des Diversity in Business Scholarship, was ihn dazu motiviert, sich für mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein an der Goethe Business School einzusetzen. Außerdem spricht er über seine Entscheidung für den Pharma-MBA und teilt persönliche Einblicke dazu, wie er mit Rückschlägen umgeht und neue Chancen ergreift.

Portrait of Loay Lahham against a gray background

Wie bist du erstmals auf das Pharma MBA Programm aufmerksam geworden und warum war es für dich der richtige nächste Schritt?

Auf der Suche nach einem passenden MBA-Programm habe ich – wie bei jeder größeren Entscheidung – zunächst online recherchiert und verschiedene Angebote mithilfe von Google und ChatGPT verglichen. Ausschlaggebend waren schließlich das sehr gute Ranking der Goethe Business School sowie das Präsenzformat des Programms. Besonders wichtig waren mir außerdem der persönliche Austausch mit engagierten, klugen Persönlichkeiten und die Möglichkeit, nachhaltige Beziehungen aufzubauen.

Du hattest bereits sechs Semester Pharmazie studiert, bevor du nach Deutschland migriert bist und dein Studium neu beginnen musstest. Konntest du Wissen aus deinem Studium in Syrien in Deutschland einbringen oder war das Studium hier völlig anders aufgebaut?

Natürlich hätte ich sagen können: „Ich habe Pech, das ist unfair.“ Aber ich frage mich immer: Was ist die Alternative? Wenn man nicht weitermacht, wird das Leben nur schwieriger. Mein Rat ist daher klar: Wer jetzt hart arbeitet, profitiert später von mehr Sicherheit und Komfort. Mein vorheriges Studium hat mir sehr geholfen, da ich bereits ein solides Fundament in Pharmazie und Chemie hatte. Zwar wurde mir in Deutschland von sechs Semestern nur eines anerkannt, was damals sehr frustrierend war. Rückblickend bin ich jedoch dankbar für die Möglichkeit, Pharmazie an der FU Berlin zu studieren und mir hier eine fundierte fachliche Basis aufzubauen.

Wie hast du die Einstellung entwickelt, einen Neuanfang als Chance statt als Rückschlag zu sehen? Und warum würdest du anderen raten, eine ähnliche Perspektive bei Rückschlägen einzunehmen?

Ich habe diese Einstellung entwickelt, indem ich den Fokus auf Wachstum statt auf Verlust gelegt habe. Ein Neuanfang bot mir die Möglichkeit, neue Systeme kennenzulernen, neue Menschen zu treffen und meinen Horizont zu erweitern. Mein Rat: Rückschläge nicht als Ende sehen, sondern als neuen Anfang. Jede Herausforderung kann zu einer Chance werden, wenn man engagiert bleibt.

Welchen Rat hat deine Sicht auf Inklusion und Vielfalt im Laufe deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung am meisten geprägt? Gab es einen Moment, der dein Denken besonders beeinflusst hat?

Die wichtigste Lektion für mich ist: Anderssein ist eine Stärke, keine Schwäche. Inklusion und Vielfalt bereichern alles – Teams, Ideen und Ergebnisse. Ein entscheidender Moment war die Erkenntnis, dass Ergebnisse immer besser werden, wenn Menschen unterschiedliche Perspektiven einbringen.

Wie planst du, das GBS-Netzwerk dabei zu unterstützen, Vielfalt zu fördern und sichtbarer zu machen?

Ich habe bereits erlebt, wie wirkungsvoll das Teilen von Erfahrungen sein kann. Nach einem LinkedIn-Post haben sich zwei in Deutschland arbeitende Zugewanderte bei mir gemeldet, und wir haben lange über den Pharma-MBA gesprochen. Diese Reichweite möchte ich weiter ausbauen. Gemeinsam mit den anderen Diversity Stipediant:innen brainstormen wir Ideen wie Mentoring-Programme oder Seminare, besonders für Menschen, die glauben, dass sie nicht teilnehmen können, weil sie sich „anders“ fühlen.

Du hast erwähnt, dass du zweimal im Jahr freiwillig tätig bist, um auf soziale Mobilität für Nicht-Akademiker:innen aufmerksam zu machen. Gibt es ein Erlebnis aus diesen Einsätzen, an das du besonders oft denkst?

Ja, ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Eine Freundin aus Syrien, die mit mir studiert hatte, wollte in der Pharmaindustrie arbeiten. Sie fragte mich: „Kann ich dort arbeiten, auch wenn ich Syrerin bin?“ Diese Frage hat mich sehr getroffen. Es ist traurig, wenn Menschen aufgrund ihres Hintergrunds an sich selbst zweifeln. Mit meiner Unterstützung hat sie schließlich den passenden Job gefunden und arbeitet nun in der Pharmaindustrie. Dieses Erlebnis zeigt mir immer wieder, wie wichtig Aufklärung und Ermutigung sind.

Was möchtest du bis zum Abschluss deines Studiums erreicht haben?

Bis zum Abschluss möchte ich ein starkes berufliches Netzwerk aufbauen, mein Verständnis globaler Strategien der Pharmaindustrie vertiefen und Führungskompetenzen entwickeln, um positive Veränderungen im Gesundheitswesen voranzutreiben. Am wichtigsten ist mir jedoch, andere, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, dazu zu inspirieren, Möglichkeiten jenseits von Einschränkungen zu sehen.