CAS in Digital Transformation Management: Perspektive einer Teilnehmerin

Unsere Certificates of Advanced Studies (CAS) bieten eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliches Wissen und neue Kompetenzen zu erwerben, ohne ein vollständiges Studium absolvieren zu müssen. Dank vielfältiger Kursoptionen lassen sich die CAS individuell an den jeweiligen Karriereweg und an die persönlichen Ziele anpassen. Cristina Carranza, die am CAS in Digital Transformation Management teilgenommen hat, teilt in einem aktuellen Interview ihre Einblicke. Sie spricht über die von ihr gewählten Kurse, wie diese ihren Arbeitsalltag beeinflussen und was sie an der Programmstruktur besonders wertgeschätzt hat.

Welche Art von Lernerfahrung hast du gesucht, als du dich für das CAS in Digital Transformation Management eingeschrieben hast?

Als ich mich für das CAS in Digital Transformation Management entschieden habe, habe ich nach einer Lernerfahrung gesucht, die fundierte akademische Grundlagen mit echter Praxistauglichkeit verbindet. In meiner Rolle als Process Excellence Manager mit Schwerpunkt Prozessoptimierung wollte ich mein Verständnis von Prozessmanagement, Digitalisierung und Transformationskonzepten strukturiert und umfassend vertiefen. Bevor ich mich final angemeldet habe, habe ich intensiv online recherchiert und unterschiedliche Kurse, Zertifikate und Executive-Programme miteinander verglichen, die zu meinen Aufgaben und Entwicklungszielen passten. Besonders wichtig waren mir Angebote von anerkannten Institutionen mit starkem akademischem Umfeld und klarem Praxisbezug. Ausschlaggebend war letztlich die CAS-Struktur selbst: die Möglichkeit, drei inhaltlich aufeinander abgestimmte Kurse zu einem stimmigen Gesamtprogramm zu kombinieren, das Strategie, Prozesse und Projektausführung gleichermaßen abdeckt. Dieser interdisziplinäre Ansatz erschien mir für die täglichen Herausforderungen in meinem Beruf am passendsten. 

Hinzu kam, dass ich noch relativ neu in meiner Position war. Zwar hatte ich bereits praktische Erfahrung gesammelt, doch ich wollte meine theoretischen Grundlagen festigen und besser verstehen, wie Prozessmanagement mit Initiativen zur digitalen Transformation zusammenhängt. Mir ging es nicht nur darum zu wissen, was zu tun ist, sondern auch zu verstehen, warum bestimmte Methoden wirken und wie sie strategisch eingesetzt werden können, um die langfristige Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen.

Welche Aspekte deiner täglichen Arbeit wolltest du durch die Teilnahme an dem Programm ausbauen?

Ein zentrales Ziel war für mich, Theorie und Praxis enger miteinander zu verknüpfen. Vor dem CAS habe ich mich häufig auf Erfahrung und Intuition gestützt, hatte aber das Gefühl, dass mein theoretisches Fundament noch ausbaufähig war. Ich wollte strukturierte Methoden kennenlernen, mit denen ich Prozesse systematischer analysieren und Entscheidungen innerhalb klarer Rahmenbedingungen treffen kann. In meinem Arbeitsalltag beschäftige ich mich intensiv mit Prozessabbildung, -analyse und -optimierung. Deshalb war es mir besonders wichtig, meine Kompetenz in der strukturierten Modellierung von Prozessen weiterzuentwickeln. Der Kurs „Digital Process Management“ hat mir dabei geholfen, besser zu verstehen, wie sich schriftlich dokumentierte Verfahren oder informelle Abläufe in klar strukturierte digitale Prozessmodelle überführen lassen. Dazu gehörte, verschiedene Ansätze zur Prozesserhebung kennenzulernen, Prozessfähigkeiten einzuordnen und Leistungskennzahlen systematisch zu bewerten.

Darüber hinaus wollte ich meine Herangehensweise im Projektmanagement weiter professionalisieren. Der Kurs „Agile Project & Performance Management“ hat mir konkrete Werkzeuge vermittelt, um Initiativen klarer zu planen und umzusetzen. Zuvor hatte ich gelegentlich den Eindruck, dass Projekten ein klarer Rahmen fehlte, um Fortschritte transparent zu messen oder flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Im Kurs habe ich gelernt, wie agile Prinzipien mehr Struktur und gleichzeitig mehr Anpassungsfähigkeit ermöglichen – sodass Teams schneller und zielgerichteter auf neue Anforderungen reagieren können.

Welche Kriterien waren für dich bei der Kursauswahl am wichtigsten und warum sind diese Kurse herausgestochen?

Ich habe die Kurse „Digital Process Management", „Agile Project & Performance Management" sowie „Strategic Transformation Management for Regenerative & Digital Business" gewählt. Entscheidend waren für mich die unmittelbare Relevanz für meine berufliche Rolle, die praktische Umsetzbarkeit der Inhalte und die Möglichkeit, sowohl strategische als auch operative Perspektiven einzunehmen. Besonders Prof. Dr. Julia Krönungs Kurs „Digital Process Management" hat mich überzeugt, weil er konkrete Methoden vermittelt, um Geschäftsdokumentationen in strukturierte Workflows zu überführen. Zu lernen, wie Prozesse systematisch erfasst, modelliert und hinsichtlich ihres Reifegrads sowie ihrer Fähigkeiten bewertet werden, war äußerst wertvoll. Dadurch konnte ich theoretische Beschreibungen hinter mir lassen und stattdessen belastbare Prozessmodelle entwickeln, die operative Verbesserungen tatsächlich unterstützen.

Strategic Transformation Management for Regenerative & Digital Business“, gelehrt von Dr. Carsten Hentrich und Michael Pachmajer, war für mich ebenso zentral, da der Kurs die übergeordnete organisatorische Perspektive in den Mittelpunkt stellte. Konzepte wie Team-Archetypen und organisatorische Fähigkeiten haben mir ein klareres Verständnis dafür vermittelt, wie unterschiedliche Teams im Rahmen einer Transformation agieren und zusammenwirken. In meiner Abschlussarbeit habe ich eine Reifegradanalyse der Fähigkeiten meines eigenen Teams durchgeführt und dabei konkrete Stärken sowie Entwicklungsfelder identifiziert. Zusätzlich hat der Kurs mein Bewusstsein für Soft Skills und organisatorische Dynamiken geschärft – beides entscheidend für das erfolgreiche Steuern von Transformationsinitiativen. Auch der „Agile Project & Performance Management" Kurs von Prof. Dr. Alexander Benlian war prägend, insbesondere durch seinen Fokus auf agile Methoden. Die Auseinandersetzung mit Frameworks wie Scrum und OKRs hat mir praxisnahe Instrumente an die Hand gegeben, um Projekte klarer zu strukturieren und wirksamer umzusetzen. Besonders überzeugt hat mich, dass diese Ansätze Anpassungsfähigkeit, Transparenz und messbare Ergebnisse in den Mittelpunkt stellen – zentrale Erfolgsfaktoren in dynamischen Umfeldern.

Wie hat das CAS deine Denkweise in Bezug auf die Führung digitaler Transformationsinitiativen oder das Managen von Veränderungen geprägt?

Das CAS hat meine Sichtweise spürbar erweitert und mir eine ganzheitlichere Perspektive auf digitale Transformation vermittelt. Mir wurde klar, dass Transformation nicht allein durch neue Technologien entsteht, sondern durch das Zusammenspiel von Menschen, Prozessen, Unternehmenskultur und Strategie. Ein konkretes Beispiel für die Umsetzung dieser Erkenntnisse ist die Einführung von OKRs in einem Projekt zur Reifegradanalyse im Prozessmanagement in meinem Arbeitsumfeld. Auf Grundlage der im Projektmanagement-Kurs vermittelten agilen Prinzipien habe ich das Projekt entlang klar definierter Ziele und messbarer Schlüsselergebnisse strukturiert. Dadurch konnte sich das Team auf realistische Zielsetzungen konzentrieren, Fortschritte transparenter verfolgen und Prioritäten bei Bedarf flexibel anpassen. Das Projekt gewann dadurch an Transparenz und war stärker an den übergeordneten Organisationszielen ausgerichtet. Insgesamt hat das Programm die Bedeutung unterstrichen, strukturierte Methoden mit Flexibilität und kontinuierlichem Lernen zu verbinden – ein Verständnis, das meine Herangehensweise an Führung und Zusammenarbeit nachhaltig verändert hat.

Haben sich deine Ziele oder Perspektiven in Bezug auf digitale Transformation in unerwarteter Weise weiterentwickelt?

Ja, insbesondere durch die Beschäftigung mit Process-Mining-Tools wie Celonis. Dadurch habe ich ein tieferes Verständnis dafür entwickelt, wie datenbasierte Analysen die Überwachung und gezielte Optimierung zentraler Prozesse unterstützen können. Diese Impulse haben mich dazu angeregt, konkrete Potenziale zu identifizieren, um ausgewählte Kernprozesse in meiner Organisation systematisch zu analysieren und weiter zu digitalisieren.

Welche Erkenntnis aus dem Programm wird dich voraussichtlich noch lange nach Abschluss des Zertifikats begleiten?

Eine der prägendsten Erkenntnisse für mich ist die Bedeutung einer langfristigen strategischen Vision. Digitale Transformation erschöpft sich nicht in kurzfristigen Projekten oder schnellen Verbesserungen. Sie braucht eine klare Roadmap, die definiert, wohin sich die Organisation entwickeln soll und wie einzelne Initiativen in dieses Gesamtbild einzahlen. Mit einer solchen strategischen Perspektive lassen sich Prozesse gezielter gestalten, Digitalisierungsinitiativen sinnvoll priorisieren und Projekte konsequent an übergeordneten Unternehmenszielen ausrichten. Besonders eindrücklich war für mich das Verständnis, dass alles miteinander verknüpft ist: Die Strategie setzt den Rahmen, Prozesse übersetzen ihn in konkrete Strukturen, Projekte setzen diese operativ um – und erst ihr Zusammenspiel ermöglicht nachhaltige Transformation. Dieses vernetzte Denken wird meine Arbeitsweise und meine berufliche Weiterentwicklung auch langfristig prägen.