Vor Ort erwartete die Teilnehmenden ein Programm aus Vorlesungen, Unternehmensbesuchen und Austauschformaten, das den Weg von der digitalen Vision bis zur praktischen Umsetzung nachvollziehbar machte. Für unsere Goethe-MBA-Studierenden begann die Woche mit einer Begrüßung an der EBS, gefolgt von den ersten Vorlesungen und Workshops. Eine geführte Tour durch die Altstadt von Tallinn bot anschließend einen kulturellen und historischen Einstieg, bevor der erste gemeinsame Tag mit einem Abendessen im Stadtzentrum den Auftakt der Woche abrundete.
Estlands digitale Gesellschaft im Fokus
Ein Schwerpunkt der Reise lag auf der digitalen Infrastruktur des Landes. Bei E-Estonia erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die E-Governance-Strukturen und die Grundlage für die umfassenden digitalen öffentlichen Dienstleistungen. Danach ging es weiter nach Ülemiste City, wo deutlich wurde, wie Stadtentwicklung, Wirtschaft und Innovation in einem modernen „Smart City“-Umfeld miteinander verzahnt sind.
Im weiteren Verlauf der Woche setzte sich der akademische Austausch an der EBS mit Vorlesungen und Workshops zu aktuellen Themen aus den Bereichen Business und Innovation fort. Besonders eindrücklich war der Besuch bei ÄIO, einem Deep-Tech-Unternehmen, das an nachhaltigen Lösungen für Lebensmittel und Materialien arbeitet und zeigt, wie Forschung in skalierbare Anwendungen überführt werden kann.
Auch die wirtschaftliche Seite des estnischen Ökosystems wurde greifbar. Bei Swedbank erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den Finanzsektor eines hochdigitalisierten Landes. Bei Wise Guys standen Start-up-Finanzierung und Gründungswege im Mittelpunkt, ergänzt durch einen offenen Austausch über unternehmerische Perspektiven. Ein Besuch in einer lokalen Brauerei zeigte schließlich, wie stark digitale Technologien mittlerweile auch in klassische Produktionsprozesse Einzug halten.
Von Ideen zu Begegnungen: Start-up-Kultur im Alltag
Der letzte Programmtag führte die Gruppe zu Lift99, einem bekannten Start-up-Hub in Tallinn. Dort wurden die enge Vernetzung und die kollaborative Kultur der lokalen Gründerszene noch einmal unmittelbar erlebbar. Den Abschluss bildete ein informeller Abend in einem Billardcafé, der Raum für Gespräche, Reflexion und Austausch bot.
Die Studienreise machte auch in diesem Jahr deutlich, wie umfassend die digitale Transformation in Estland verankert ist – sowohl in staatlichen Strukturen als auch in Unternehmen und Start-up-Ökosystemen. Die Verbindung aus akademischem Lernen und praktischen Einblicken zeigte eindrücklich, wie ein digitaler Staat in der Praxis funktioniert und warum Estland als eines der spannendsten Beispiele für die Zukunft digitaler Gesellschaften gilt.